135) Mehr Feuerholz

Nachdem wir im Februar mit der Produktion von Feuerholz begonnen haben, indem Jost drei tote Bäume direkt auf unserem Grundstück gefällt hat, haben wir dieses Projekt nun diese Woche fortgesetzt. Unser fünf Hektar großes Stück Wald liegt etwa drei Kilometer von unserem Haus entfernt, und dort haben wir diese Woche begonnen abzuholzen. Die Temperaturen sind momentan sehr eisig, teilweise um die minus 15 Grad, aber es war sonnig und gutes Arbeitswetter.

Mit der Hilfe eines Nachbarn wurden insgesamt etwa zehn Birken gefällt, da deren Holz sich besonders gut zum Verfeuern eignet. Er hat Jost dabei unterstützt die Bäume in der praktischsten Reihenfolge auszuwählen, die Fallrichtung zu bestimmen und die Schnitte richtig zu setzen. Auch beim Entasten war er tatkräftig dabei, während ich die abgesägten Äste von der Straße geräumt habe, und so hat das alles nur einen Nachmittag lang gedauert – natürlich inklusive Fika-Pause mit Kaffee und Lussekatter

Abschließend haben wir die ca. drei Meter langen Stücke auf einem speziellen Anhänger zu uns gefahren. Da wir direkt an einem Weg gefällt haben, mussten die Stämme nicht erst noch durch den Wald transportiert werden. Hier am Grundstück werden wir sie in nächster Zeit zerkleinern, woraufhin Jost die Stücke dann wie letzten Sommer in Scheite hacken kann. Von Routine ist bei solchen Tätigkeiten an sich in unserem zweiten Jahr hier in Schweden noch nicht zu sprechen, aber es fühlt sich gut an, so etwas zu können und zu schaffen!

Abschließend noch ein Bild von dem Polarlicht, das wir vor einigen Tagen hier vom Garten aus gesehen haben… Und das schon zum dritten Mal – siehe Beitrag 42 und mit besseren Fotos Beitrag 107!

134) Ferienhäuser buchbar

Im Vergleich zum letzten Artikel hat sich in den letzten Tagen rein äußerlich einiges verändert: Der Winter ist nochmal zurückgekommen!

Gerade gestern und heute war es strahlend sonnig, um die Null Grad kalt und alles weiß verschneit. Wir haben schöne Winterspaziergänge am Wochenende gemacht und saßen heute Nachmittag auf der Terrasse vor der oberen Hütte in der Sonne…

Unsere Unterkunft ist für die kommende Sommersaison natürlich bereits über AirBnB buchbar. Auf der Seite findet ihr auch noch mehr Bilder vom Grundstück und den Innenräumen. Aktuell besitzen wir dort ja sogar den Superhost-Status… Unser Standort ist beispielsweise sehr gut geeignet als Zwischenstop auf einer Städtereise zwischen Oslo und Stockholm mit einem (Leih-)Auto oder dem Rad, ebenso bei einem Roadtrip durch/nach Schweden… Gebt den Link gerne weiter, wenn ihr jemanden kennt, für den das bei der Urlaubsplanung relevant sein könnte! Wir werden noch das ein oder andere dort optimieren und freuen uns sehr auf neue (sowie auch breits bekannte) Feriengäste 🙂

133) Bäume gefällt

Entlang unserer Grundstücksgrenze stehen mehrere Nadelbäume. Einige sehen gut und gesund aus, andere leider eher kahl und unschön, aber auch die dienen noch unter anderem den Vögeln als Wohnraum und Aufenthaltsort und können stehenbleiben. Drei Bäume allerdings sind komplett tot. Und bevor sie morsch werden, nutzen wir sie lieber als Feuerholz.

Zwei von ihnen haben wir heute gefällt, es war zwar kalt, aber trocken und sonnig. Solche Tage sollte man nutzen, bevor die Bäume im Frühling die Feuchtigkeit aus dem Boden wieder nach oben ziehen und dann länger zum Trocknen brauchen… Wir haben uns also über die richtige Schnitt-Technik informiert und dann hat Jost mit unserer neuen Kettensäge losgelegt, inklusive entsprechender Schutzkleidung. Und sagen wir so: Der zweite Baum ist dann auch in die gewünschte Richtung gefallen… Es war etwas nervenaufreibend, aber letztlich erfolgreich! Nach dem Fällen selbst kam das Entasten und Zerkleinern. Die einzelnen, jeweils etwa eineinhalb Meter langen Stücke haben wir anschließend zusammen in die Nähe des Hauses getragen und dort quer auf Balken gelegt, damit sie von unten nicht nass werden. Die werden dann demnächst weiterverarbeitet, genau wie die übrigen Zweige.

Unsere Kettensäge haben wir letzte Woche bei einem Fachhandel in Årjäng gekauft, wir haben uns für die MS 241 CM von Stihl entschieden. Ein Nachbar nutzt eine ähnliche Variante seit Jahrzehnten, er hatte sie uns für die Holzarbeiten letztes Jahr ausgeliehen. Es ist also voraussichtlich eine gute Investition. Sie ist relativ leicht, wodurch sie beim Entasten handlich ist, hat aber gleichzeitig ein relativ langes Schwert, um auch etwas dickere Stämme gut fällen zu können. Nach dem ersten Arbeitstag sind wir mit der Entscheidung sehr zufrieden.

Am Rande noch eine kleine Beobachtung zum Unterschied zwischen den beiden Ländern bezüglich Freiheit vs. Sicherheit: Hier wurden wir im Geschäft nach der grundlegenden Beratung herzlich ermutigt, es einfach auszuprobieren. Dass wir uns über alle weiteren Vorsichtsmaßnahmen informieren, liegt in unserer eigenen Verantwortung. In Deutschland braucht man dagegen ja einen offiziellen Kettensägenführerschein, sobald man außerhalb des eigenen Grundstücks mit einer arbeiten möchte.

132) Meine Arbeit

Mit dieser Überschrift ist weder mein Job an der Supermarktkasse gemeint, noch meine Rolle als AirBnB-Gastgeberin 😉

Als wir im Sommer 2021 ausgewandert sind, habe ich mein Lehrerdasein von außen betrachtet vorerst relativ radikal beendet: ich habe – ziemlich kurzfristig – meine feste Stelle an der Schule in München gekündigt. Das war zunächst eine große Überwindung für mich, weil ich mich dort wirklich wohlgefühlt habe und relativ frei das tun konnte, was ich tun will und auch gut kann, nämlich Jugendlichen helfen. Aber eigentlich habe ich den Beruf natürlich nicht aufgegeben, sondern ihn nur neu definiert und zu meiner neuen Lebenswelt passend umgestaltet. Nach der Kündigung meiner Arbeit als angestellte Lehrerin für Deutsch, Ethik und Sport habe ich daher nahtlos zunächst noch in Deutschland stattdessen ein selbständiges Gewerbe angemeldet.

Seitdem gebe ich online Nachhilfe und unterrichte auch weiterhin Deutsch und Ethik, der Sitz meines Gewerbes „Projekt Schulabschluss“ ist inzwischen auf Schweden umgestellt. Am meisten Freude bereiten mir die Workshops für Abschlussklassen, in denen ich den Teilnehmenden verschiedene Methoden aus dem Projektmanagement zeige, um ihre Prüfungsphase bestmöglich (und dabei körperlich wie auch geistig gesund…) zu bewältigen.

Diese Workshops und insgesamt meine selbständige Arbeit bedeuten mir sehr viel. Allein schon – und es ist wirklich nur eine Kleinigkeit – die Klamotten, die ich bei diesen Gelegenheiten vor Ort an deutschen Schulen trage, sind ein großer Unterschied zur Arbeitskleidung auf den Grundstücken, den Chiller-Sachen im Haus oder der Supermarkt-Uniform an der Kasse… Ich genieße es, mich mit den Schülerinnen und Schülern „wie ein Fisch im Wasser“ zu fühlen. In solchen Stunden bin ich die allermeiste Zeit über souverän, auch in schwierigeren Situationen. Deswegen freue ich mich sehr darauf, meine selbständige Tätigkeit weiter auszubauen, neue Schulen kennenzulernen und mein Angebot zu erweitern!

131) Nächster Sprachkurs

Anfang des letzten Jahres habe ich begonnen, mich über die verschiedenen Möglichkeiten zu informieren, auch hier in Schweden wieder als Lehrerin tätig zu sein. Dabei habe ich erfahren, dass grundsätzlich Bedarf besteht und mich mehrere Schulen gerne einstellen würden, ich aber nur als Aushilfe bezahlt werden könnte. Dieser Stundenlohn war dann im Vergleich zum Supermarkt niedriger, weshalb die Job-Wahl am Ende zunächst darauf gefallen ist. Das Unterrichten führe ich seitdem selbständig online fort, unter anderem durch Nachhilfe in Deutsch und Ethik sowie zur gezielten Vorbereitung auf Abschlussprüfungen.

Um als angestellte Lehrkraft hier voll bezahlt zu werden, benötige ich die Legitimation vom Schulamt. Und Voraussetzung dafür, dass mein deutsches Examen hier anerkannt wird, ist, dass ich auf potentiellem Universitätsniveau der schwedischen Sprache mächtig sein muss – das bedeutet, ich brauche das „Abitur“ im Fach Schwedisch.

Den SFI habe ich bereits abgeschlossen und bin nun noch drei Kurse im Fach „Schwedisch als Zweitsprache“ von diesem Ziel entfernt. Insgesamt werden sie voraussichtlich etwa ein Dreivierteljahr dauern. Der erste davon ist gestern losgegangen, er ist rein online und berufsbegleitend mit freier Zeiteinteilung. Ich muss also das digitale Lehrbuch bearbeiten (siehe Bild), Übungen abgeben und auch z.B. Videos mit Referaten hochladen, die die Lehrerin dann korrigieren wird. Sie ist auch persönlich ansprechbar, wenn man Hilfe braucht oder Fragen hat. Der Test wird im März stattfinden.