Neben der großen Neuerung, jetzt Hühner zu haben, läuft natürlich auch die Gemüsesaison 2024 auf Hochtouren. Jost hat das Gartenjahr 2023 hier zusammengefasst. Eine erste größere Veränderung im Vergleich zum Vorjahr ist, dass wir zwei weitere Bereiche auf unserem Grundstück haben pflügen lassen:
Dann haben wir natürlich unsere vorgezogenen Pflanzen, die jetzt wie bereits beschrieben (letzter Beitrag) nach und nach ausgesetzt werden. Sie kommen in Kübel, Beete und den Folientunnel. Und für die Gurken haben wir dieses Jahr einen ganz besonderen Platz: sie wachsen als „Vorhang“ in unserem Küchenfenster.
Heute wurde auch die Rillen in den Acker gezogen, und die im Keller vorgekeimten Kartoffeln wurden eingesetzt. Gekauft haben wir sie Anfang des Monats vom Potatis-Bil, dem Kartoffelauto. Dieses fährt im Frühling durch das Värmland und hat verschiedene Sorten Setzkartoffeln geladen. Wir haben dieses Jahr 10 Kilo Amandine sowie je 2 Kilo Rocket und Timo:
Zum Abschluss hier noch ein Video davon, wie die Hühner aus dem Stall gegen 9 Uhr morgens in den Außenbereich hüpfen und der riesige Hahn das Fenster versperrt:
Seit wir in München begonnen haben uns zu überlegen, ob und wo wir ein Haus kaufen wollen und können, hatten wir die Vorstellung davon, dass dieses neue Heim – ob in Deutschland, Österreich oder Schweden – durch Naturverbundenheit und Selbstversorgung (soweit möglich) charakterisiert sein sollte. Der erfolgreiche Kartoffelanbau auf unserem Feld letzten Sommer war ein großer Schritt in diese Richtung. Und von Beginn an wussten wir, dass wir auch Hühner halten wollen. In Beitrag 12 habe ich hier im Blog bereits davon geträumt und hinzugefügt: „Aber eins nach dem anderen“…
Jetzt haben wir sie in unserem dritten Jahr hier, und heute durften sie nach zwei Tagen der Eingewöhnung im Stall endlich hinaus in den überdachten Außenbereich. Ihre Eier legen sie vormittags, deswegen habe ich ihnen wie immer zunächst um 7 das Frühstück gebracht (Körnermischung und Kraftfutter) und sie dann erstmal noch zwei Stunden in Ruhe legen lassen.
Um kurz nach 9 habe ich dann die Eier geholt (Es waren wieder alle fünf, wie auch gestern!) und die Klappe zum Außenbereich geöffnet. Da waren sie zunächst etwas skeptisch… Aber am späten Nachmittag und mit Futter als Lockmittel haben sie sich raus getraut und den Abend dort genossen. Und um halb 10 sind sie wieder selbständig rein und auf die Sitzstangen…
Insgesamt ist dieser neue Alltag hier wirklich ziemlich genau so, wie ich mir das gewünscht habe. Die eigenen Tiere versorgen, Eier aus dem Stall holen, dann ein Ausritt und anschließend Unterricht, abends am Rinnen spazieren, das Gemüse gießen und gegen 21:30 Uhr die Sonne hinter dem Grundstück untergehen sehen…
Gestern haben wir zudem einen Berg Sand geliefert bekommen, den wir auf unseren Feldern nutzen werden. Diese wurden auch bereits gepflügt:
Unsere Gemüsepflanzen, die wir in der Küche seit Anfang April vorgezogen haben, dürfen jetzt hinaus und werden nach und nach in den Folientunnel, den wir von lieben Nachbarn bekommen haben, sowie in „No Dig“ Beete und Hügelbeete gesetzt. Es sind viele Kürbisse sowie einige Chili, Tomaten, Gurken und Zucchini. Auch die Erdbeeren im Hochbeet scheinen sich wohlzufühlen:
Jetzt ist es soweit: Wir sind Tierhalter! In unseren Hühnerstall (zur Renovierung siehe Beitrag 188 und Beitrag 190) sind gestern Abend fünf weiße Bovan-Hennen eingezogen, und heute Vormittag hat sich ein Maran-Hahn zu ihnen gesellt. Sie wohnen nun in dem Schuppen am hinteren Eck unseres Grundstücks, den die Vorbesitzerinnen „Lekstuga“ nennen, also Spielhütte.
Die fünf Hennen haben wir von der lieben Bekannten vom Jagdverein bekommen, mit der ich schon öfters gebacken habe (Kanelbulle und Lussekatter). Sie sind jetzt 26 Wochen alt, also genau ein halbes Jahr. Gestern Abend bin ich zu ihr gefahren, das sind nur etwa zehn Minuten. Zunächst hat sie mir abgefülltes Futter mitgegeben, so dass die Hühner beim Ortswechsel nicht noch zusätzlich mit neuem Futter gestresst werden. Dann haben wir gewartet, bis gegen 22 Uhr das letzte Huhn in den Stall gegangen ist, so wie sie das gewohnt sind. Sie ist dann hinein und hat nacheinander fünf von der Sitzstange geholt, ich stand beim Auto und habe dafür gesorgt, dass keins aus dem Karton im Kofferraum wieder entwischt…
Die kurze Fahrt war problemlos. Bei uns angekommen habe ich zunächst das Futter in den Trog gegeben, Wasser hatte ich bereits vorher aufgefüllt. Dann haben wir zusammen den Karton vorsichtig in den Stall getragen, die Tür geschlossen und die Hennen einzeln herausgehoben und auf den Boden gesetzt. Dabei gab es nochmal etwas Geflatter. Am liebsten hätte ich anschließend alle paar Minuten hineingeschaut, ob alles ok ist, aber das erschreckt sie ja jedes Mal, weil sie mich noch nicht kennen, daher habe ich bis morgens um 7 gewartet:
Heute Vormittag habe ich noch den Hahn abgeholt, das waren nur zwei Minuten Fahrt. Er wurde von den Nachbarn „Mario“ getauft, ist etwa ein Jahr alt und hatte bisher in deren Hühnerschar keine eigenen Hennen, da er niedrig in der Hierarchie war. Jetzt kann er es sich hier mit seinen fünf Damen hoffentlich gemütlich machen.
Der Plan für die kommenden Tage ist jetzt, sie mindestens heute und eventuell auch morgen noch komplett im Stall zu lassen, so dass sie lernen, wo sich darin Futter, Wasser, Sitzstangen und Legenester befinden. Es scheint gut zu funktionieren, gerade waren schon vier Eier da! Es ist ziemlich warm momentan, daher werden wir sie regelmäßig kontrollieren. Aber durch die zwei Fenster sollte die Belüftung passen. Anschließend dürfen sie etwa eine Woche lang von etwa 7 bis 22 Uhr draußen nur in den überdachten Außenbereich, aber noch nicht in das grüne Freigehege. Auch da sollen sie sich erstmal an die neue Örtlichkeit und die Routine gewöhnen.
Man zahlt einen stolzen Preis für legende Hennen und auch selbst schon für ganz junge Küken. In diesem Fall umgerechnet ungefähr 20 Euro, und sie werden Eier in weit höherem Wert legen. Da ist es einfach wirklich absurd, dann an der Supermarktkasse zu stehen und die gefrorenen Hähnchen für ein Fünftel davon zu verkaufen…
Etwa zwei Wochen lang habe ich nun den Hühnerstall renoviert, und jetzt ist er fertig. Im vorletzten Beitrag hatte ich davon schon berichtet.
Nun haben die zukünftigen gefiederten Gäste zwei Sitzstangen mit Kotbrett darunter und Folie an der Wand zur leichteren Reinigung, zwei Legenester inklusive „Fake-Ei“, Sägespäne als Einstreu sowie eine Leiter hoch zum Außenbereich.
Auf der anderen Seite des Stalls sind zwei Fenster mit Gittern davor sowie Futter- und Wasserspender. Insgesamt sind es innen etwa viereinhalb Quadratmeter, wodurch wir bis zu 14 bzw. 18 Tiere halten können, je nach Rasse. Im Winter macht es Sinn, auch möglichst viele zu haben, da sie sich dann gegenseitig wärmen. Eine Heizlampe wird voraussichtlich dennoch eine Zeit lang notwendig sein.
Im überdachten Außenbereich des Stalls gibt es ebenfalls einen Futter- und einen Wasserspender. Der Untergrund ist hier sandig, dadurch können die Hühner dort dann Staubbäder nehmen, die gegen Vogelmilben helfen. Die Leiter führt in den Stall hinein.
Im Anschluss an den überdachten Bereich kommt ein Freigehege von etwa 8 x 10 Metern. Es ist mit Hühnerdraht umzäunt und mit Holzpfosten befestigt. Darüber ist ein Beerennetz gespannt. Wir freuen uns auf den Beginn der Tierhaltung, schon bald ist es soweit!
Nur wenige Kilometer von uns entfernt ist eine ehemalige Schule, deren Sporthalle von zwei lokalen Vereinen genutzt wird. In einem davon bin ich Mitglied, nehme gerne sonntags am Stations-/Zirkeltraining teil und habe auch Volleyball eingeführt. Für Kinder gibt es verschiedene Angebote. Interessant ist übrigens, dass alle diese Indoor-Trainingseinheiten von Mai bis ungefähr September ausgesetzt werden, da dann alle im Sommer draußen sein wollen und auch im Garten etc. viel zu tun haben. Ich freue mich also darauf, ab Herbst wieder Volleyball zu spielen. Bis dahin gibt es auch einige Outdoor-Sportveranstaltungen des Vereins, wie etwa einen 6 km Lauf diese Woche:
Diese Sporthalle muss von den beiden Vereinen für die Trainings gemietet werden und auf der Jahresversammlung wurde besprochen, dass dafür etwas mehr Geld eingesammelt werden sollte. Die Mitgliedsbeiträge sind extrem niedrig, damit niemand aus finanziellen Gründen vom Sport ausgeschlossen wird. Eine Idee, um Geld in die Vereinskasse zu bekommen, war das Pflanzen von Bäumen für einen industriellen Waldbesitzer, der nach der Rodung sein Gebiet wieder Aufforsten muss.
Heute war es so weit: wir haben uns früh morgens getroffen und sind zusammen an die gerodete Stelle im Wald gefahren, etwa zwanzig Minuten entfernt. Diese Flächen sehen immer ziemlich wüst aus, wenn die riesigen Harvester da waren: überall Reifenspuren, Äste und Wasserpfützen auf vielen tausenden Quadratmetern, bergauf und bergab.
Die Ausrüstung bestand aus einem Tragegurt mit Taschen oder Körben für die Setzlinge und einem Pflanzrohr. Dieses Rohr drückt man mit der Spitze in den Boden, tritt es fest, steckt oben den jungen Baum hinein, steigt dann auf den Hebel, so dass sich die Spitze unten öffnet, und zieht das Rohr vorsichtig hinaus. Dann sind die Wurzeln etwa 15 cm tief in der Erde, man tritt den Boden darum herum noch etwas fest, geht zwei Schritte weiter und wiederholt alles. So haben wir uns im Abstand von zwei Metern Reihe für Reihe vorgearbeitet, man kann bis zu hundert Bäume in der Stunde einsetzen. Die insgesamt 8000 Jungpflanzen waren in Kartons verpackt, es waren vorwiegend Kiefern. In einem kleineren Abschnitt wurden auf die gleiche Weise Tannen gepflanzt.
Pünktlich um 10 Uhr war natürlich Fika mit Kaffee und Keksen, alle saßen gemütlich auf dem Waldboden und haben es sich schmecken lassen. Insgesamt waren wir etwa zwanzig Mithelfer.
Ich bin wieder eine Erfahrung reicher, zu der man in einer großen Stadt selten die Gelegenheit bekommt, und fühle mich jetzt – nachdem ich im Winter das erste Mal selbst gefällt habe – auch zumindest einigermaßen kompetent im Anpflanzen eines Waldstückes. Und es war körperlich wirklich nicht ohne, daher ist das Training für heute auch schon abgehakt! 🌲