228) Ein sehr schöner Sommer

Über ein Monat ist seit Midsommar und dem letzten Blogbeitrag vergangen. Es war ein sehr schöner Juli für mich, ich habe viel Zeit in der Natur verbracht, war oft in den umliegenden Seen schwimmen, bin geritten und durfte auf Pferde, Hunde und Katzen aufpassen. In unserem Sportverein konnte ich außerdem ein weiteres Hobby wieder aufleben lassen: wir haben ein Beachvolleyballnetz und -bälle angeschafft und hatten einige schöne Sommerabende auf dem Sportplatz… Zudem gab es Grillabende daheim oder bei Freunden, Wanderungen im Glaskogen und ein paar nette Gäste im AirBnB.

In unserem Garten wächst und gedeiht einiges. Das Wetter im Juni und Juli war lange Zeit sehr warm, viele Tage am Stück um die 28 Grad und kaum Regen. Aus unserem Folientunnel konnten wir seitdem schon Zucchini, Basilikum, Karotten und Mangold ernten, aus den Beeten Radieschen und Salat, am Zaun entlang Erbsenschoten, dann natürlich die Erdbeeren, Himbeeren und schwarzen wie roten Johannisbeeren aus dem Garten…

Tomate Mozzarella mit frisch gepflücktem Basilikum

Inzwischen hat das Wetter Ende Juli umgeschlagen und ist seitdem meist bewölkt, regnerisch und heute auch ziemlich stürmisch. Was das für die Kartoffeln im Acker bedeutet, werden wir sehen – es ist möglich, dass es zu feucht ist und sie faulen, aber wir warten ab und lassen uns bei der Ernte überraschen.

Folientunnel und Beete rund ums Haus

Gerade ist auch die Zeit für Beeren und Pilze gekommen. Es gab schon ein paar Portionen Pfifferlinge zum Abendessen und einige Kilo Beeren sind in die Gefriertruhe gekommen als Vorrat für den Winter. In anderen Gärten durften wir Stachelbeeren und weitere Johannisbeeren pflücken. Zum gezielten Sammeln von Preiselbeeren und Blaubeeren in den Wäldern dagegen sind wir noch nicht gekommen bisher, das versuchen wir die nächste Zeit noch zu machen.

Während in Bayern die Sommerferien gerade erst losgegangen sind, starte ich diesen Freitag schon ins nächste Schuljahr. „Schon“ – nach fast zwei Monaten Ferien für die Lehrkräfte und sogar noch längeren für die Kinder, da das Schuljahr für sie erst zehn Tage später beginnt. Dass man hier nicht gezwungen ist, seine Schuljahresplanung entweder in den eigenen (in meinem Fall unbezahlten) Ferien oder bereits parallel zum Unterrichtschaos in den ersten Tagen des Schuljahres zusätzlich zu machen, sondern man hier mehr als eine Woche bezahlte Arbeitszeit zur Vorbereitung gemeinsam im Kollegium hat, macht den Start um vieles leichter und ich freue mich sehr darauf. Ab Mitte September dann, wenn mein Online-Unterricht an den restlichen beiden Tagen zusätzlich zur Arbeit vor Ort beginnt, wird viel zu tun sein, aber auch darauf freue ich mich…

Badestelle in der Abenddämmerung

227) Glad midsommar!

Der längste Tag des Jahres… Das Fest gestern begann mit dem Schmücken der großen Midsommar-Stange und ihrer vier Ringe, während die Musikanten sich schonmal warmgespielt haben:

Die mit Blumen verzierte Stange wurde daraufhin mit vereinten Kräften aufgestellt und zu den Klägen dreier Geigen haben wir die traditionellen Lieder gesungen – die kleinen Frösche, der Fuchs auf dem Eis… – und darum herum getanzt. Insbesondere die små grodorna, die kleinen Kröten, sind das bekannteste Lied, es ist gestern sicherlich im ganzen Land erklungen… und zum Abschluss darf natürlich die Rakete nicht fehlen, die zweimal abgefeuert wurde.

Anschließend gab es Mittagessen. Die typischen Gerichte sind in erster Linie die, die es auch zu den Feiertagen an Weihnachten und Ostern gibt: Lachs, Köttbullar, Kartoffeln, Sill (Hering)… und alles schmeckt im Sonnenschein und in bester Gesellschaft gleich doppelt so gut.

Das Buffet mit Kaffee und Kuchen war ebenso reich gedeckt, hierbei ist zu Midsommar vor allem Erdbeertorte der Klassiker. Auf der Wiese gab es währenddessen Spiele wie Dosenwerfen oder Hufeisen-Werfen…

Gesättigt und gestärkt ging es auf zum See: alle Kinder sind auf einem mit Birkenzweigen geschmückten Anhänger zum nahegelegenen Badeplatz kutschiert worden, wo wir im erfrischend kalten Wasser den wunderschönen Feiertag abgeschlossen haben.

Obwohl der Höhepunkt der Helligkeit nun ja bereits erreicht ist, empfindet man hier das Fest zur Sonnwende eher als Startschuss des Sommers, da nun für die Schüler auch die langen Ferien begonnen haben. Ich bin wirklich sehr froh darüber, den Tag auf so schöne Weise verbringen zu können!

226) Zaun um die Beete

Wie im letzten Beitrag bereits beschrieben, wollten wir dieses Jahr einen Abschnitt auf unserem Grundstück zwischen zwei Schuppen einzäunen, um darin die Beete gegen Rehe zu schützen. Dafür ist ein hoher Zaun notwendig, sonst springen sie einfach drüber. Die Rückseite zur Grundstücksgrenze hin hatte ich bereits gebaut, jetzt ging es noch um die Tür und die vordere Abgrenzung. Auch hier habe ich zwei Lagen des Drahtzauns aufeinander gesetzt, um insgesamt auf 1,80 Meter zu kommen:

Bau des Zauns und der Tür

Zum Schluss habe ich noch eine Sitzstange für Raubvögel gebaut, da wir ein großes Problem mit Wühlmäusen auf dem gesamten Grundstück haben. Es ist wirklich alles durchlöchert, sei es unter den Apfelbäumen, um den Kompost herum, entlang der Felder… Von Nachbarn und aus dem Internet haben wir einige Tipps dagegen bekommen und manche davon auch schon umgesetzt (zum Beispiel das Gras so weit wie möglich auch auf den ungenutzten Flächen zu kürzen). Wir werden weitere Sitzstangen für Eulen und Bussarde aufstellen – natürlich nicht in der Nähe des Hühnergeheges.

Gestern haben wir außerdem eine kleine Wanderung gemacht. Sie war nicht lang, aber wir kannten die Strecke noch nicht und sie war hügeliger als erwartet. Am höchsten Punkt hatte man eine schöne Aussicht über die Gegend und an einer Stelle war Luchs-Kot auf dem Weg. Wir hatten bereits gehört, dass es sie hier gibt, aber noch nie einen Nachweis so nah bei uns gesehen:

Aussicht, Luchs-Kot und Jagdunterstand

225) Welcome to our AirBnB

Video tour:

Link:

  • Two small, seperate houses (living room with kitchen and bedroom with bathroom)
  • Perfectly located on the way between Oslo and Stockholm or between the north and south of Sweden
  • Sleeping places for two people, beds can be separated or put together
  • Fast 5G wifi included
  • Of course drinkable water from the well
  • Cozy barbecue at the garden table
  • Fantastic view over the fields – you often see deer, elk and other wildlife
  • Many options for excursions, of course especially Glaskogen nature reserve
  • Always rated with 4.8 to 5.0 stars on AirBnB
  • Opportunity to get fresh breakfast eggs from our chickens:

224) Neuigkeiten der letzten Wochen

Zunächst das aktuellste Ereignis: Heute Morgen habe ich die Hühner aus dem Stall ins Gehege gelassen, sie eine Stunde später gegen halb 10 plötzlich wild schreien und kreischen gehört und aus dem Fenster geschaut. Da sind sie sogar im Gehege herumgeflattert, ich also raus, und sehe einen Fuchs bzw. ziemlich sicher eine Füchsin, die auf Nahrungssuche für ihre jungen Welpen verständlicherweise unsere Hühner auf dem Radar hatte. Sie ist ums Gehege gelaufen, sogar auf der Seite des Hauses (nicht vom Feld aus), hat aber auf mein Klatschen hin schnell das Weite gesucht. Die zehn Hennen und Mario waren anschließend noch längere Zeit extrem aufgeregt, haben sich dann aber wieder beruhigt.

Am Anfang dieser Woche war unser Jahrestag als Hühnerhalter, wir haben also auf jeden Fall mal alle elf ein gesamtes Jahr lang ohne besondere Vorkommnisse wie Schädlinge, Krankheiten und Verletzungen versorgt und es geht ihnen sehr gut hier – nur Mario hatte letztens eine Wunde an einem Zeh, die kurzzeitig etwas besorgniserregend war, weil die Hühner ständig daran herumgepickt haben. Der Auslauf hat sich also an sich bewährt, aber zwei erfolglose Raubvogel-Angriffe gab es trotz des darüber gespannten Netzes (einmal davon habe ich einen Bussard noch im Gehege gesehen), und wenn ein anderes Raubtier ernsthaft versuchen würde hineinzukommen, würde es das wohl schaffen. Bei einem benachbarten Hof wurden bereits einige Hühner und junge Küken geholt, es ist einfach letztlich kaum vermeidbar. Aber man kann es zumindest versuchen, weshalb ich heute Nachmittag einen längs halbierten Zaun am Boden entlang verlegt habe, so dass die Füchsin beim Graben zumindest ein weiteres Hindernis vor sich hat, falls sie wiederkommt:

Zaun am Boden entlang am Rand des Hühnergeheges

Was ist noch alles passiert in letzter Zeit? Ein weiteres Zaun-Thema (ihr merkt, welche Rolle die hier spielen)… Manch einer erinnert sich vielleicht noch an dieses unscharfe, aber doch sehr faszinierende Video von letztem Jahr:

…und an dieser Stelle des Grundstücks wollen wir dieses Jahr Beete haben, die vor dem Verbiss von Elchen und Rehen, die letzte Saison leider viel abgefressen haben, geschützt sein sollen. Daher steht nun zwischen den beiden im Video sichtbaren Schuppen ein 1,80 Meter hoher Zaun gespannt, ich baue demnächst noch eine Türe und dann kommt auch auf der anderen Seite zum Haus die Absperrung hin, so dass ein geschütztes Gebiet um den Folientunnel herum entsteht.

Hoher Zaun entlang der Grundstücksgrenze zwischen den Schuppen

Aber nicht nur im Außenbereich geht es uns momentan vor allem um das Anbauen von Gemüse, auch innen im Haus haben wir wieder die Gurken im Fenster, die letztes Jahr so gut funktioniert haben. Sogar mehr Gurkenpflanzen in mehr Fenstern – mal sehen, wie es diesmal wird:

Weiterhin waren in den letzten beiden Jahren auch die Kartoffeln sehr ertragreich, wir konnten jeweils bis Anfang des nächsten Jahres von der Ernte leben. Jost hat sie nach einer langen Trockenperiode genau zum richtigen Zeitpunkt vor der jetzigen Regenphase in unser frisch gepflügtes Feld eingesetzt (diesmal vor allem wieder die Sorte Amandine mit 20 kg Setzkartoffeln sowie je 5 kg Folva und Maria), ein sehr erfolgreicher Tag, der leider nicht so positiv geendet hat, da ich in einem Schuppen auf einen langen, rostigen Nagel getreten bin. Ist inzwischen aber schon fast wieder verheilt.

Viele weitere schöne Ereignisse haben in den letzten Tagen und Wochen stattgefunden – ich habe, wie im letzten Beitrag angekündigt, inzwischen die schwedische Lehrerlegitimation offiziell erhalten, wir hatten außerdem Besuch und haben schöne Ausflüge in die Umgebung gemacht:

Laufveranstaltung in Karlstad, Wanderung im Glaskogen, See und Café in Arvika