229) Vier Jahre hier in Schweden

Heute vor vier Jahren sind wir im vollgepackten Auto nach Norden aufgebrochen und haben unser Leben in Schweden begonnen. Årjäng ist damit nach jeweils drei Jahren München, Berchtesgaden und wieder München offiziell der Ort, an dem ich die längste Zeit am Stück gewohnt habe, seitdem ich ausgezogen bin.

Im Schnitt alle sechseinhalb Tage wurde hier seit der Auswanderung ein Blogartikel veröffentlicht. Am Anfang gab es natürlich sehr viel zu erzählen, alles war neu, alles war ein „erstes Mal“ in Schweden. Inzwischen passiert momentan nicht mehr allzu viel Neues: Gemüseanbau, Hühner, Feuerholz… vieles wiederholt sich, und doch ist es bemerkenswert, dass genau diese drei jetzt so alltäglichen Themen erstens noch niemals zuvor in meinem Leben in Deutschland existiert haben und sie gleichzeitig nach wie vor eine Quelle von sehr tiefen, positiven Gefühlen für mich sind. Hier zu wohnen, in einem Haus ohne Nachbarn in 500 Metern Umkreis (dann aber sehr nette, wohlgemerkt), mit einem Lebensstil, der in Richtung Selbstversorgung tendiert – das erfüllt mich nach vier Jahren noch mehr mit Ruhe und Zufriedenheit als am Anfang, als jeder Tag ein Abenteuer war.

Wie passend, dass heute, am Jubiläum der Auswanderung, ein weiterer Startschuss fällt: der erste Arbeitstag im neuen Schuljahr hier in Schweden, meinem ersten vollständigen Schuljahr als legitimierte Lehrerin. Allerdings noch nicht für mich – heute beginnen nur die in Vollzeit angestellten Lehrkräfte, wir in Teilzeit erst nächste Woche, damit es gerecht ist. Wird so von keiner einzigen Schule im deutschen Bekanntenkreis gemacht… Wir haben dann noch gemeinsam über eine Woche lang Vorbereitungszeit im Kollegium, bevor das Schuljahr dann auch für die Schüler startet. Ich bin sehr gespannt darauf, was es alles bringen wird und wie ich die Tätigkeit vor Ort mit meinem Online-Unterricht jonglieren werde, wenn dann auch in Bayern die Sommerferien aufhören.

Bis dahin freue ich mich erstmal noch auf den restlichen Sommer hier, der sicher noch einige Male Schwimmen im nach der Regenphase schon relativ kalten See beinhalten wird, einige Besuche bei Pferden zum Reiten oder Spazierengehen, einige Ausflüge in die Wälder zum Pilze- und Beerensammeln… und auch hier wieder erwähnenswert: nichts davon hat in den Jahren vor dem Umzug hierher eine Rolle in meinem Erwachsenenleben gespielt.

Dann folgt natürlich im Herbst bereits zum fünften Mal wieder der Blogpost, der jedes Jahr mit am meisten gelesen wird, weil er ein in Deutschland so ungewöhnliches und unbekanntes Ereignis beschreibt  – das wird wie immer Mitte Oktober sein.

Von dem, was danach kommt, schreibe ich hier jetzt mal noch nichts. Wir genießen jedes Grad Celsius, jedes Lux Licht und jeden Sonnenstrahl, der uns erreicht.

In jedem der vier Jahre bin ich viermal nach München gereist. Sowohl bei der Hinreise als auch auf dem Rückweg habe ich jeweils ein Gefühl von „ich komme heim“. Das könnte theoretisch eine Quelle von Zerrissenheit sein, aber im Gegenteil habe ich Dankbarkeit und Liebe für so vieles an beiden Orten, dass ich sehr froh darüber bin, an beiden auf unterschiedliche Weise zu Hause sein zu können:

228) Ein sehr schöner Sommer

Über ein Monat ist seit Midsommar und dem letzten Blogbeitrag vergangen. Es war ein sehr schöner Juli für mich, ich habe viel Zeit in der Natur verbracht, war oft in den umliegenden Seen schwimmen, bin geritten und durfte auf Pferde, Hunde und Katzen aufpassen. In unserem Sportverein konnte ich außerdem ein weiteres Hobby wieder aufleben lassen: wir haben ein Beachvolleyballnetz und -bälle angeschafft und hatten einige schöne Sommerabende auf dem Sportplatz… Zudem gab es Grillabende daheim oder bei Freunden, Wanderungen im Glaskogen und ein paar nette Gäste im AirBnB.

In unserem Garten wächst und gedeiht einiges. Das Wetter im Juni und Juli war lange Zeit sehr warm, viele Tage am Stück um die 28 Grad und kaum Regen. Aus unserem Folientunnel konnten wir seitdem schon Zucchini, Basilikum, Karotten und Mangold ernten, aus den Beeten Radieschen und Salat, am Zaun entlang Erbsenschoten, dann natürlich die Erdbeeren, Himbeeren und schwarzen wie roten Johannisbeeren aus dem Garten…

Tomate Mozzarella mit frisch gepflücktem Basilikum

Inzwischen hat das Wetter Ende Juli umgeschlagen und ist seitdem meist bewölkt, regnerisch und heute auch ziemlich stürmisch. Was das für die Kartoffeln im Acker bedeutet, werden wir sehen – es ist möglich, dass es zu feucht ist und sie faulen, aber wir warten ab und lassen uns bei der Ernte überraschen.

Folientunnel und Beete rund ums Haus

Gerade ist auch die Zeit für Beeren und Pilze gekommen. Es gab schon ein paar Portionen Pfifferlinge zum Abendessen und einige Kilo Beeren sind in die Gefriertruhe gekommen als Vorrat für den Winter. In anderen Gärten durften wir Stachelbeeren und weitere Johannisbeeren pflücken. Zum gezielten Sammeln von Preiselbeeren und Blaubeeren in den Wäldern dagegen sind wir noch nicht gekommen bisher, das versuchen wir die nächste Zeit noch zu machen.

Während in Bayern die Sommerferien gerade erst losgegangen sind, starte ich diesen Freitag schon ins nächste Schuljahr. „Schon“ – nach fast zwei Monaten Ferien für die Lehrkräfte und sogar noch längeren für die Kinder, da das Schuljahr für sie erst zehn Tage später beginnt. Dass man hier nicht gezwungen ist, seine Schuljahresplanung entweder in den eigenen (in meinem Fall unbezahlten) Ferien oder bereits parallel zum Unterrichtschaos in den ersten Tagen des Schuljahres zusätzlich zu machen, sondern man hier mehr als eine Woche bezahlte Arbeitszeit zur Vorbereitung gemeinsam im Kollegium hat, macht den Start um vieles leichter und ich freue mich sehr darauf. Ab Mitte September dann, wenn mein Online-Unterricht an den restlichen beiden Tagen zusätzlich zur Arbeit vor Ort beginnt, wird viel zu tun sein, aber auch darauf freue ich mich…

Badestelle in der Abenddämmerung

227) Glad midsommar!

Der längste Tag des Jahres… Das Fest gestern begann mit dem Schmücken der großen Midsommar-Stange und ihrer vier Ringe, während die Musikanten sich schonmal warmgespielt haben:

Die mit Blumen verzierte Stange wurde daraufhin mit vereinten Kräften aufgestellt und zu den Klägen dreier Geigen haben wir die traditionellen Lieder gesungen – die kleinen Frösche, der Fuchs auf dem Eis… – und darum herum getanzt. Insbesondere die små grodorna, die kleinen Kröten, sind das bekannteste Lied, es ist gestern sicherlich im ganzen Land erklungen… und zum Abschluss darf natürlich die Rakete nicht fehlen, die zweimal abgefeuert wurde.

Anschließend gab es Mittagessen. Die typischen Gerichte sind in erster Linie die, die es auch zu den Feiertagen an Weihnachten und Ostern gibt: Lachs, Köttbullar, Kartoffeln, Sill (Hering)… und alles schmeckt im Sonnenschein und in bester Gesellschaft gleich doppelt so gut.

Das Buffet mit Kaffee und Kuchen war ebenso reich gedeckt, hierbei ist zu Midsommar vor allem Erdbeertorte der Klassiker. Auf der Wiese gab es währenddessen Spiele wie Dosenwerfen oder Hufeisen-Werfen…

Gesättigt und gestärkt ging es auf zum See: alle Kinder sind auf einem mit Birkenzweigen geschmückten Anhänger zum nahegelegenen Badeplatz kutschiert worden, wo wir im erfrischend kalten Wasser den wunderschönen Feiertag abgeschlossen haben.

Obwohl der Höhepunkt der Helligkeit nun ja bereits erreicht ist, empfindet man hier das Fest zur Sonnwende eher als Startschuss des Sommers, da nun für die Schüler auch die langen Ferien begonnen haben. Ich bin wirklich sehr froh darüber, den Tag auf so schöne Weise verbringen zu können!

226) Zaun um die Beete

Wie im letzten Beitrag bereits beschrieben, wollten wir dieses Jahr einen Abschnitt auf unserem Grundstück zwischen zwei Schuppen einzäunen, um darin die Beete gegen Rehe zu schützen. Dafür ist ein hoher Zaun notwendig, sonst springen sie einfach drüber. Die Rückseite zur Grundstücksgrenze hin hatte ich bereits gebaut, jetzt ging es noch um die Tür und die vordere Abgrenzung. Auch hier habe ich zwei Lagen des Drahtzauns aufeinander gesetzt, um insgesamt auf 1,80 Meter zu kommen:

Bau des Zauns und der Tür

Zum Schluss habe ich noch eine Sitzstange für Raubvögel gebaut, da wir ein großes Problem mit Wühlmäusen auf dem gesamten Grundstück haben. Es ist wirklich alles durchlöchert, sei es unter den Apfelbäumen, um den Kompost herum, entlang der Felder… Von Nachbarn und aus dem Internet haben wir einige Tipps dagegen bekommen und manche davon auch schon umgesetzt (zum Beispiel das Gras so weit wie möglich auch auf den ungenutzten Flächen zu kürzen). Wir werden weitere Sitzstangen für Eulen und Bussarde aufstellen – natürlich nicht in der Nähe des Hühnergeheges.

Gestern haben wir außerdem eine kleine Wanderung gemacht. Sie war nicht lang, aber wir kannten die Strecke noch nicht und sie war hügeliger als erwartet. Am höchsten Punkt hatte man eine schöne Aussicht über die Gegend und an einer Stelle war Luchs-Kot auf dem Weg. Wir hatten bereits gehört, dass es sie hier gibt, aber noch nie einen Nachweis so nah bei uns gesehen:

Aussicht, Luchs-Kot und Jagdunterstand

225) Welcome to our AirBnB

Video tour:

Link:

  • Two small, seperate houses (living room with kitchen and bedroom with bathroom)
  • Perfectly located on the way between Oslo and Stockholm or between the north and south of Sweden
  • Sleeping places for two people, beds can be separated or put together
  • Fast 5G wifi included
  • Of course drinkable water from the well
  • Cozy barbecue at the garden table
  • Fantastic view over the fields – you often see deer, elk and other wildlife
  • Many options for excursions, of course especially Glaskogen nature reserve
  • Always rated with 4.8 to 5.0 stars on AirBnB
  • Opportunity to get fresh breakfast eggs from our chickens: