Heute vor vier Jahren sind wir im vollgepackten Auto nach Norden aufgebrochen und haben unser Leben in Schweden begonnen. Årjäng ist damit nach jeweils drei Jahren München, Berchtesgaden und wieder München offiziell der Ort, an dem ich die längste Zeit am Stück gewohnt habe, seitdem ich ausgezogen bin.
Im Schnitt alle sechseinhalb Tage wurde hier seit der Auswanderung ein Blogartikel veröffentlicht. Am Anfang gab es natürlich sehr viel zu erzählen, alles war neu, alles war ein „erstes Mal“ in Schweden. Inzwischen passiert momentan nicht mehr allzu viel Neues: Gemüseanbau, Hühner, Feuerholz… vieles wiederholt sich, und doch ist es bemerkenswert, dass genau diese drei jetzt so alltäglichen Themen erstens noch niemals zuvor in meinem Leben in Deutschland existiert haben und sie gleichzeitig nach wie vor eine Quelle von sehr tiefen, positiven Gefühlen für mich sind. Hier zu wohnen, in einem Haus ohne Nachbarn in 500 Metern Umkreis (dann aber sehr nette, wohlgemerkt), mit einem Lebensstil, der in Richtung Selbstversorgung tendiert – das erfüllt mich nach vier Jahren noch mehr mit Ruhe und Zufriedenheit als am Anfang, als jeder Tag ein Abenteuer war.
Wie passend, dass heute, am Jubiläum der Auswanderung, ein weiterer Startschuss fällt: der erste Arbeitstag im neuen Schuljahr hier in Schweden, meinem ersten vollständigen Schuljahr als legitimierte Lehrerin. Allerdings noch nicht für mich – heute beginnen nur die in Vollzeit angestellten Lehrkräfte, wir in Teilzeit erst nächste Woche, damit es gerecht ist. Wird so von keiner einzigen Schule im deutschen Bekanntenkreis gemacht… Wir haben dann noch gemeinsam über eine Woche lang Vorbereitungszeit im Kollegium, bevor das Schuljahr dann auch für die Schüler startet. Ich bin sehr gespannt darauf, was es alles bringen wird und wie ich die Tätigkeit vor Ort mit meinem Online-Unterricht jonglieren werde, wenn dann auch in Bayern die Sommerferien aufhören.
Bis dahin freue ich mich erstmal noch auf den restlichen Sommer hier, der sicher noch einige Male Schwimmen im nach der Regenphase schon relativ kalten See beinhalten wird, einige Besuche bei Pferden zum Reiten oder Spazierengehen, einige Ausflüge in die Wälder zum Pilze- und Beerensammeln… und auch hier wieder erwähnenswert: nichts davon hat in den Jahren vor dem Umzug hierher eine Rolle in meinem Erwachsenenleben gespielt.
Dann folgt natürlich im Herbst bereits zum fünften Mal wieder der Blogpost, der jedes Jahr mit am meisten gelesen wird, weil er ein in Deutschland so ungewöhnliches und unbekanntes Ereignis beschreibt – das wird wie immer Mitte Oktober sein.
Von dem, was danach kommt, schreibe ich hier jetzt mal noch nichts. Wir genießen jedes Grad Celsius, jedes Lux Licht und jeden Sonnenstrahl, der uns erreicht.
In jedem der vier Jahre bin ich viermal nach München gereist. Sowohl bei der Hinreise als auch auf dem Rückweg habe ich jeweils ein Gefühl von „ich komme heim“. Das könnte theoretisch eine Quelle von Zerrissenheit sein, aber im Gegenteil habe ich Dankbarkeit und Liebe für so vieles an beiden Orten, dass ich sehr froh darüber bin, an beiden auf unterschiedliche Weise zu Hause sein zu können:

















