
Es ist hier sehr herbstlich geworden, das Laub ist schon fast vollständig unten und nachts hat es jetzt regelmäßig Minusgrade. Tagsüber sind es momentan so 8 bis 10°, und es sind viele strahlend sonnige Tage mit blauem Himmel dabei. Auf dem Foto sieht man auch, dass ein benachbarter Farmer inzwischen die Wiese hinten auf unserem Grundstück gemäht hat (mit einem geeigneten Traktor, weil es steil ist). Die Bäume dahinter gehören auch noch zu uns, ungefähr ein halber Hektar. Das Häuschen im Vordergrund ist nur der Stromkasten.
Die Feier mit dem Jagdverein am Mittwoch Abend war sehr nett, sie hat im Bastel-Raum einer Vorschule stattgefunden, wo gedeckte Tische standen und man sich am Buffett mit Köttbullar (aus dem Hackfleisch von der Jagd letztes Jahr), Kartoffeln, Salat, Sauce, Preiselbeer-Mus und Knäckebrot versorgen konnte. Es wurde Gitarre gespielt und ein selbst-gedichtetes Lied gesungen, das uns dann wieder jemand grob übersetzt hat.
Am Donnerstag war Treffpunkt um acht Uhr und wir haben begonnen, die Elche weiter zu zerlegen. Die Profis haben erst die großen Stücke geschnitten, und dann wurde uns der Rest gegeben, um von den Knochen noch so viel Fleisch wie möglich abzumachen, das dann direkt zu Hackfleisch verarbeitet wurde. Alles wurde abgewogen und in Tüten verpackt, so dass am Ende 32 gleich schwere Portionen erstellt waren: jeweils 3,7 kg Hackfleisch plus ca. 3 kg der Stücke. Diese Portionen wurden nummeriert, dann hat man eine Zahl gezogen und dieses Päckchen gehört einem dann.

Die Filets wurden der Reihe nach verteilt: wir haben dieses Jahr eins erhalten, werden nächstes und übernächstes Jahr also keins bekommen. Und am Ende wurden noch ein paar besondere Stücke versteigert für die Vereinskasse, da waren wir für das Bullenherz die einzigen Interessenten und haben es günstig erstanden. In Summe ist jeder nach dem gemeinsamen Putzen und Aufräumen mit ca. 8-10 Kilo bestem Fleisch heimgegangen. Auch ausreichend Hackfleisch für die Köttbullar der Feier im nächsten Jahr wurde aufgehoben. Der Jagdverein des Nachbarorts hatte nicht so viel Erfolg: sie haben dieses Jahr keinen Elch getroffen.
Alle Hundebesitzer konnten sich so viele Knochen und Reste für ihre Vierbeiner mitnehmen, wie sie wollten. Was dann ganz am Ende noch übrig war, wurde in den Wald gebracht, wo es durch Füchse und kleineres Getier wieder dem Kreislauf zukommt. Es war insgesamt wirklich eine durchweg positive, sehr spannende neue Erfahrung!
Hallo Sandra,
ich lese jeden deiner Einträge mit großem Interesse und fand die über die Elchjagd und die Verteilung des Fleisches (20, 21) besonders spannend. Sie haben meine negative Einstellung zur Jagd und zu Jägern verändert, und ich hoffe, dass diese Art des Jagens (Fleisch nur für den (möglichst persönlichen) Verzehr, Einhaltung der Fangquoten, keine Trophäen, …) bald weltweit Schule macht.
Ich wünsche dir und deinem Mann weiterhin alles Gute und hoffe, bald wieder von dir zu hören.
Viele liebe Grüße aus Bayern, Annette
Liebe Annette, ich freue mich riesig über deinen Kommentar! 🙂 Viele Grüße!