44) Obstbäume

Heute haben wir einen der ersten „landwirtschaftlichen“ Schritte unternommen, um uns ab diesem Sommer zunehmend mit eigenen Nahrungsmitteln zu versorgen. Auf unserem ursprünglichen Grundstück stehen zwei relativ junge Obstbäume, und im Garten des neuen Hauses stehen vier ziemlich große. Allerdings wurden sie in den letzten Jahren nicht geschnitten, wodurch sie eher chaotisch gewachsen sind und sich beispielsweise schon weit unten in mehrere Stämme aufteilen. Um den ersten davon haben wir uns heute gekümmert, der Rest kommt demnächst noch dran.

Bei den Stämmen war das Gras unten bereits durch die Vorbesitzerin kreisförmig entfernt worden, damit es dem Baum kein Wasser und keine Nährstoffe wegnimmt. In die Obstbäume hatten wir von Anfang an die Futterspender gehängt, so dass der Boden dort gezielt durch die Vögel gedüngt wird. Die Kohlmeisen, Blaumeisen, Gimpel etc. freuen sich!

Wir haben vom ersten Baum heute viele Äste entfernt, die nach unten oder in Richtung Mitte des Baumes gewachsen sind. Steil nach oben wachsen viele Wassertriebe, die nur zu tragendem Fruchtholz werden, wenn man sie zur Seite bindet. Das haben wir bei einem solchen Zweig dann auch schon gemacht und ihn seitlich festgeknotet.

Viel praktische Erfahrung haben wir mit Obstbäumen bisher beide nicht. Wir haben uns aber darüber informiert und ich bin zuversichtlich, dass der Baum es aushält und hoffentlich gut weiter wächst! 🍎🍏

43) Reisetipps

Diesen Blog-Beitrag werde ich zukünftig aktualisieren, wenn neue Empfehlungen für Urlaube in Schweden hinzukommen. Sie stammen vorwiegend aus unseren Reisen durch das Land in den letzten Jahren. Am besten eignen sich Roadtrips per Auto (oder Rad), um möglichst viel zu sehen, zum Beispiel zwischen Oslo und Stockholm oder von Malmö aus über Göteborg nach Stockholm (oder auch ohne Göteborg, direkt im Osten des Landes von Malmö nach Stockholm). Die Zugverbindungen dagegen sind etwas sporadischer und anscheinend nicht wirklich empfehlenswert, wenn man auch in kleinere Orte kommen möchte.

Für kleinere Ausflüge direkt von unseren Ferienhütten aus, siehe Beitrag 81.

  • Kivik: Ort auf der Höhe von Malmö, gut zum Baden in der Ostsee. Wir waren im Fischrestaurant „Buhres på Kivik“ und es war lecker! Nördlich des Ortes ist ein schönes Gebiet zum Joggen oder für Spaziergänge. Es gibt mehrere Camping-Möglichkeiten.
  • Café Sergel B+B: bei Lindshammar nördlich von Växjö gelegen. Super Frühstück, sonntags ausgiebiger Brunch… ist auch im White Guide empfohlen! Das ist ein online Hotel- und Restaurantführer für Skandinavien. Von dort aus haben wir die Glasbläserei in Målerås besucht.
  • Bohusleden: von Göteborg aus Richtung Norden kann man auf diesem Fernwanderweg mehrtägig wandern. Er ist gut ausgeschildert und es gibt viele Windschutzhütten. Grundsätzlich sind es 27 Etappen, man kann aber auch einige per Zug überspringen.
  • Strömstad: hier war kurz vor der norwegischen Grenze das Ende unserer Reise auf dem Bohusleden, es gibt mehrere Campingplätze (wir waren im „First Camp City“) und man kann nach der Wanderung mit dem Zug zurück nach Göteborg fahren.
  • Flippin Burgers: Super Burger-Restaurant in Stockholm, als Nachtisch ist der Ben&Jerrys-Milkshake empfehlenswert!
  • Rosendals Trädgård: Gartenanlage in Stockholm mit Obst, Gemüse und Blumen aus eigenem Anbau, sowie einem netten Café im Gewächshaus mit schönem Außenbereich bei gutem Wetter.
  • Västervik: Stadt am Meer mit ein paar guten Restaurants aus dem White Guide (z.B. Guldkant), hier kann man auf der Halbinsel Gränsö wandern. Das Café Kulbacken hat eine tolle Aussicht und die Strandpromenade wurde von Björn von ABBA gestaltet… Siehe Beitrag 2.
  • Vimmerby: etwas weiter im Landesinneren von Västervik aus ist die „Astrid Lindgren Värld“, ein Erlebnispark, und da steht auch ihr Geburtshaus. Es gibt dort die Bücher, Souvenirs und vieles mehr zu kaufen. Siehe Beitrag 2.
  • Linköping: Diese Stadt ist einen Besuch wert, hier sind vier Sachen besonders zu erwähnen: erstens der Dom, aus dem die „Perlen des Glaubens“ stammen. Sie sind auch als Rundgang durch die Kirche im Boden eingelassen. Zweitens gibt es in der Stadt das Freilichtmuseum „Gamla Linköping“ mit alten Gebäuden und Kunsthandwerk-Läden, und drittens ein wirklich interessantes Flugzeugmuseum. Zuletzt auch noch das Café „Babettes“ mit schönem Außenbereich!
  • Växjö: Hier sind im Dom besondere Glasarbeiten eingesetzt. Nördlich der Stadt steht die Kronoberg Schlossruine, von der aus man im Hissö Naturreservat ebenfalls schön wandern kann.
  • Fämtfallet: Wanderung durch eine Schlucht am Fluss Klarälven im Värmland. Man überquert auf der Hälfte des Weges eine Hängebrücke, geht auf der anderen Seite zurück und kann beim Parkplatz am Ausgangspunkt grillen und baden. Insgesamt ca. 8 Kilometer. Siehe Beitrag 6.
  • Glaskogen: über dieses Naturreservat habe ich schon im Blog berichtet (zB. Nr. 14, 56, 69) und es wird bestimmt noch mehr Beiträge dazu geben, es liegt 30 Minuten von uns entfernt und hat ein Weg-Netz aus über 300 Kilometern zum wandern, biken, Kanu fahren und vieles mehr.
  • Grangärde Musteri: in der Nähe von Ludvika in Dalarna. Ein Laden mit selbstgemachten Mosten und anderen Lebensmitteln, auch ein schönes Café… Wie quasi überall ist der Kaffee gut, billig und öfters nachfüllbar. Siehe Beitrag 8.
  • Julita Gård: ein Freilichtmuseum bei Katrineholm mit schönen Gärten, man kann auch Führungen durch alte Wohngebäude, Ställe und Herrenhäuser machen.
  • Elins Bakgård: sehr gutes Café in Arvika mit schönen Sitzplätzen draußen. Im White Guide empfohlen.
  • Värmlands Vikingacenter: Ausstellung über Wikinger auf der Hälfte des Weges zwischen Årjäng und Karlstad, siehe Beitrag 72. Gut zu verknüpfen mit einem Besuch der Stadt Säffle.
  • Grön Ko: Die „grüne Kuh“ ist ein gutes Restaurant mit Café und Einkaufsladen, ebenfalls in der Nähe von Säffle. Gut zu verbinden beispielsweise mit Elins Bakgård, dem Wikingermuseum und/oder der Leinenweberei:
  • Klässbols Leinenweberei: Zwischen Arvika und Säffle gelegen. In diesem Handwerksbetrieb werden die Tischdecken und Servietten der Nobelpreisverleihung, des Königshauses sowie aller schwedischen Botschaften hergestellt. Man kann die Produktionshalle besichtigen und im nahegelegenen Café einkehren, welches ebenfalls im White Guide empfohlen ist.
Café, Verkaufsraum, Nobelpreis-Tischset und Webmaschine in Klässbols Leinenweberei

42) Polarlicht

Gerade haben wir Polarlichter gesehen! Gegen zehn vor neun am Abend haben wir die Nachricht bekommen, dass sie da sind… Wir hatten das davor schonmal gehört, aber dachten eigentlich, dass wir hier nicht nördlich genug sein müssten… aber sie waren sehr deutlich! Mein Handy macht nachts nicht solche Bilder, aber ungefähr so hat es ausgesehen. Erst, als wäre da in der Ferne am Horizont eine große Stadt, die den Himmel erhellt, oder wie Wolken. Aber dann immer klarer abgegrenzt und grün, und sie haben sich auch relativ schnell bewegt. War sehr schön…

Nordlichter

Nach einem weiteren IKEA-Besuch in Karlstad, für den wir uns den Anhänger eines Nachbarn leihen konnten, haben wir nun inzwischen ein Sofa hier und machen es uns im neuen Haus langsam immer gemütlicher. Etwas störend dabei war die Wasser-Situation, da es in den letzten Tagen Probleme mit der Pumpe, dem Brunnen und schließlich auch noch dem Abwasser gab… Ich hoffe, dass es jetzt passt!

41) Erkunden

Es gibt viel zu entdecken, schließlich haben wir ein altes Haus mit Eigenheiten und Besonderheiten gekauft. Seit zwei Tagen wohnen wir hier und holen aus den Hütten nach und nach die Sachen rüber, um uns einzurichten. Dabei lernen wir das Haus immer besser kennen. Wir fühlen uns wohl, aber es ist noch nicht das „daheim“. Das kommt dann in nächster Zeit.

Es sind beispielsweise relativ wenige Steckdosen eingebaut, so dass wir die Standorte der Elektrogeräte gut planen. Die Wasserpumpe läuft manchmal leer, das heißt, der Tank wird dann zu langsam aufgefüllt. Da hatten wir gestern schon einen Installateur hier, der die Pumpe ersetzen könnte, falls das weiterhin ein Problem darstellen sollte. Er hat uns auch die Einstellungen der Hybrid-Heizung erklärt, die mit Öl oder Brennholz genutzt werden kann.

Wir lernen die Geräusche kennen, die das Haus bei Wind macht, und auch den Holzofen, der größer ist als der in den Hütten. Es ist ein anderes Modell von Husqvarna, bei dem man erst wieder die Tricks wissen muss, damit er nicht raucht. Welche Klappe soll offen sein, welche zu, welche nur beim Anheizen offen aber danach sofort zu… und so weiter. Jedenfalls kann man auf ihm kochen, das tun wir gerade – es steht aber auch hier zusätzlich ein Elektro-Herd daneben.

Das Grundstück kennenzulernen wird nochmal ein ganz eigenes Abenteuer: wir wollen unter anderem das Gewächshaus herrichten und auch alles sortieren, was sich aktuell in den vier Schuppen befindet. Teilweise sollten sie stabilisiert werden, um zum Beispiel einen davon als Garage nutzen zu können. In einer Ecke der 5000 Quadratmeter sind viele Sträucher, und darunter Plastik- und Metallschrott von vor vielen Jahren, komplett mit Moos bewachsen. Das werden wir entrümpeln und zum Werstoffhof bringen. Vielleicht warten wir damit noch, bis es etwas wärmer für die Arbeit draußen ist und der Boden nicht mehr gefroren ist, denn es gibt auch im Inneren noch genug zu tun bis dahin! Heute waren wir beim IKEA in Karlstad, morgen wird aufgebaut.

Interessanterweise haben sich übrigens die Hütten heute, als ich dort war, selbst nach so kurzer Zeit auch schon nicht mehr als Daheim angefühlt, weil es dort natürlich jetzt kälter und unaufgeräumter ist als vorher…

40) Umzug

Wir haben gestern die Schlüssel zu unserem neuen Haus bekommen und sind am Nachmittag hingegangen, um die Räume auszumessen. Der Umzug beginnt also! Da es möbliert übergeben wurde, haben wir erstmal eine Entdeckungstour gemacht, was alles so da ist. Manche Gegenstände waren abgesprochen, wie beispielsweise das Bett. Auch der Esstisch und einige Regale sind in gutem Zustand, und die Küche ist mit Geschirr ausgestattet. Die Feuerholz-Vorräte waren ebenfalls inklusive. Wir sind sehr zufrieden!

In den nächsten Tagen werden wir nach und nach entscheiden, was alles in den Hütten zur Vermietung sein soll, was wir bei uns im Haus haben wollen und was zum Roten Kreuz gebracht wird. Dann werden wir die Sachen entsprechend umräumen. Es ist ja nicht weit, daher werden wir das meiste in ein paar kurzen Autofahrten oder sogar zu Fuß erledigen können. Vielleicht leihen wir uns den Anhänger von einem Nachbarn für größere Gegenstände aus, aber viel ist es voraussichtlich nicht.

Die Vorstellung, dort fließendes warmes Wasser zu haben und die Temperatur der Zimmer mit einem Thermostat einfach regeln zu können, ist ganz ungewohnt für uns… Ich freu mich sehr darauf, die Zimmer gemütlich herzurichten und auch das Grundstück weiter zu erkunden!