Es ist eine neue Erfahrung für uns, Gastgeber zu sein. Insgesamt vermieten wir die Hütten seit Mai, die meisten Gäste waren im Juni und Juli da, inzwischen werden die Buchungen für das Jahr wesentlich weniger. Viele waren für ein, zwei Nächte während Roadtrips hier, beispielsweise auf der Durchreise zwischen Nord- und Südschweden oder von Oslo nach Stockholm, manche aber auch bis zu einer Woche. Die meisten kamen, glaube ich, aus Norwegen und Norddeutschland. Ein paar waren zum Angeln da, zum Arbeiten oder für Hausbesichtigungen, viele zum Wandern im Glaskogen… und das Gästebuch hat mehrere sehr nette Einträge bekommen 🙂
Einige habe ich persönlich kennengelernt, sei es beim Check-In, zwischendurch zum Gießen der Beete oder am Ende bei der Abholung der zu waschenden Wäsche, wenn ich das übernommen habe. Es waren sehr oft wirklich tolle und interessante Begegnungen.
Was ich dadurch über mich selbst gelernt habe ist, dass ich drüben mehr auf Sauberkeit achte als in unserem Haus. Es darf nicht der Fall eintreten, dass es nicht tip top ist und die nächsten Gäste das in unsere Seite auf AirBnB als öffentliche Bewertung schreiben. Das zu Lesen wäre wahrscheinlich auch für mich ein Grund, eine Unterkunft im Urlaub nicht zu buchen, ist sie auch noch so billig.
Das führt natürlich zu gewissen Konfliktsituationen, wenn abreisende Gäste entweder nicht in der Lage sind ordentlich zu putzen, oder es nicht ernst nehmen und denken „Das wird schon so passen“. Und wie gesagt, diesen Gedanken kenne ich von mir selbst, werde ihn aber 100% nie wieder in etwaigen Ferienwohnungen haben.
Man hat dann ja mehrere Möglichkeiten, aber optimal erscheint keine: man kann eine Pauschale einführen und selbst putzen (auf die Gefahr hin, dass es dann öfter WIRKLICH dreckig hinterlassen wird, weil die Leute ja dafür zahlen), man kann ankündigen jeden Gast beim Check-Out zu kontrollieren – organisatorisch schwierig, denn manchmal fahren sie schon sehr früh. Und was, wenn es nicht sauber ist? Zum Nacharbeiten verdonnern oder eine zusätzliche Putz-Rechnung nachträglich schicken, die genauso ignoriert werden kann? Aktuell haben wir einfach eine Checkliste, um deren Erledigung wir bitten. Manche machen das auf mehr als hervorragende Weise (viele Grüße…), andere beziehen es anscheinend nicht wirklich auf sich, dass z.B. tatsächlich bitte in allen Räumen staubgesaugt werden soll…
Die meisten Erfahrungen waren aber wirklich gut, das soll hier jetzt nicht negativ klingen. Meistens sind noch ungefähr 15 Minuten Arbeit nötig, das ist für uns voll ok. Nur manchmal, wenn wirklich noch eine Stunde etwas zu tun ist, ärgert es uns natürlich irgendwie. Aber das war nicht oft!
Wir haben jedenfalls in unserer ersten Saison viel gelernt und werden ein paar Änderungen nächstes Jahr umsetzen, aber insgesamt ist das einfach super, diese Einnahmen und Erlebnisse zu haben. Der Hügel, der aus der ausgehobenen Erde vom Bau der Einfahrt (Beitrag 22) besteht, ist dank bienenfreundlicher Saatmischung und fleißigem Bewässern momentan sehr hübsch mit Blumen bewachsen:

Und falls es irgendwann die Option bei AirBnB gäbe, einen Betrag als Putz-Pfand direkt mit der Buchung zu erheben, den der Reisende sofort zurückbekommt, sobald man anklickt, dass man nach seiner Abfahrt mit der Sauberkeit zufrieden war, wäre das vermutlich die beste Lösung… Ehrliche Gastgeber vorausgesetzt natürlich.













