Neben einzelnen Projekten, über die ich in den weiteren Beiträgen berichten werde, ist nun mit Beginn des Sprachkurses ein bisschen Routine eingekehrt. Daher möchte ich mal eine „typische“ Woche von mir beschreiben. Natürlich machen wir viele dieser Sachen gemeinsam oder teilen die Aufgaben auf, aber ich schreibe es einfach mal aus meiner Sicht.
Montag bis Donnerstag ist der Sprachkurs. Da stehe ich also gegen 7 auf und gehe mit Gummistiefeln ins Wohnhaus rüber. Dort räume ich das über Nacht getrocknete Geschirr vom Abend zuvor auf und leere den Ofen. Die Asche kommt in die Tonne auf der Terrasse. Danach mache ich ein Frühstück und einen Kaffee zum Mitnehmen. In den Häusern sind außerdem die Fenster abzuwischen, falls sie beschlagen sind. Die Autofahrt in die Schule dauert dann ca. 25 Minuten und der Unterricht beginnt um halb Neun.

Nach der Schule, wenn man eh schon in Årjäng ist, bietet es sich an, weitere Sachen dort zu erledigen: Lebensmittel einkaufen, tanken, etwas vom Baumarkt holen, noch im Fitnessstudio trainieren… Dann geht es heim. An manchen Tagen laden wir morgens den gesammelten Plastik-, Metall-, Glas- und Papiermüll ins Auto, dann gibt es auf dem Rückweg einen kleinen Abstecher zu den Recycling-Containern. Um das momentan immer spärlicher werdende Tageslicht zu nutzen, gehen wir danach meistens direkt spazieren. Am Nachmittag gibt es ansonsten neben dem normalen Haushalt verschiedene Tätigkeiten am Grundstück je nachdem, was ansteht.
Dann wird am frühen Abend der Holzofen angeheizt und darauf später das Essen gekocht. Für die Wege zwischen den Häusern, zum Beispiel ins Bad, braucht man nachts eine Taschenlampe. Manchmal entdeckt man damit einen Elch auf der anderen Straßenseite im Dunkeln, öfters auch Rehe direkt auf unserem Feld. Und wenn es wolkenlos ist, sieht man den Sternenhimmel über sich… Falls es allzu kalt ist, wird in den anderen beiden Häusern vor dem Schlafen noch kurz die Heizung angeschaltet.
An den restlichen drei Tagen ist der Ablauf etwas freier, aber die Tätigkeiten sind ungefähr die gleichen. Etwas länger schlafen, etwas weitere Wanderungen im Wald, online arbeiten, schwedisch lernen per App statt im Unterricht, Joggen oder Yoga zu Hause als Sport statt Krafttraining im Studio, in die Sauna gehen, Fika machen mit Keksen von der benachbarten Bäckerei…
Heute zum Beispiel waren wir wieder ein paar Stunden lang am See Rinnen spazieren, haben aber diesmal Müll anstelle von Pilzen gesammelt. Uns war dort letzte Woche aufgefallen, dass einige Bierdosen im Gebüsch lagen, die vermutlich aus Autofenstern geworfen waren. Daher haben wir diesmal Mülltüten mitgenommen. Es sieht auf dem Bild zwar nach einer ganzen Menge aus, aber viele der Dosen sind über 10 Jahre alt. Es wird also insgesamt nicht allzu viel derart weggeworfen.

Das ist insgesamt natürlich jetzt eher ein beispielhafter Wochenablauf, und in der Realität kommt es dann immer anders. Aber es ist eine ungefähre Vorstellung davon, was hier so grundsätzlich passiert… 🏘